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Wer Kinder hat und nicht mehr mit dem Partner zusammen ist, der kennt sie, die Düsseldorfer Tabelle. In ihr sind die Sätze festgelegt, die ein Kind angeblich zum Leben benötigt und die man an Unterhalt zahlen solle. In diesem Post möchte ich einmal aufzeigen wie weit solch angesetzten Zahlen, von der Realität entfernt sind, wenn man sie mit den ALG II Regelsätzen vergleicht.
So haben Kinder von 0-5 Jahren einen Anspruch auf 215 Euro + die anteiligen Mietkosten. Ahja, 215 Euro pro Monat reichen also aus, um ein Kind zu versorgen. Jetzt gehe ich mal davon aus, dass dies realistisch ist. Zum Vergleich nun ein Beispiel aus der Düsseldorfer-Tabelle.
Bei einem Nettoeinkommmen bis 1500 Euro werden 317 Euro für das unterhaltspflichtige Kind fällig. Angemerkt muss sein, auch hier geht man davon aus, was ein Kind mindestens braucht um korrekt leben zu können. Allerdings muss man hier noch einen kleinen Unterschied anmerken. Das sind 317 Euronen von einem Elternteil, das andere Elternteil, so die Theorie, müsste den selbigen Betrag nochmals oben drauf legen. Natürlich nur, wenn man unterstellt, dass beide Eltern sich gleichberechtigt in der Verantwortung sehen. Das macht dann zusammen 634 Euronen, abzüglich des Kindergeldes von aktuell 184 Euro, sind es dann immer noch 450 Euronen.
Na wem fällt etwas auf? Richtig, der ALG II Satz liegt bei 215 Euro pro Monat, der aus der Unterhaltstabelle ist damit fast doppelt so hoch! Ich halte 215 Euro für genauso unrealistisch wie die 450 Euronen aus der Unterhaltstabelle. Ich wage stark zu bezweifeln, dass Kinder, auch von Arbeitnehmern, jeden Monat 450 Euro zur Verfügung haben oder gar brauchen um zu leben. Ich denke so bei 300 Euro dürfte es liegen, wenn man die Miete aber schon mit einrechnet.
Gleiches Rechenbeispiel nochmal mit einem älteren Kind, zwischen 12 und 17 Jahren bei einem Nettoeinkommen von bis zu 1500 Euro pro Monat. Der Regelsatz bei ALG II liegt bei 251 Euronen + Miete. Aus der Unterhaltstabelle ergibt sich folgender Wert, 668 Euronen. Gerade hier merkt man, von welch unrealistischen Lage man hier ausgeht. Ganz ehrlich, welches Kind, selbst von normalen Arbeitnehmern, hat bitte 668 Euronen monatlich zum Leben zur Verfügung?
Die Frage ist für mich zum einen, wie realistisch sind Regelsätze und Unterhaltstabelle, wenn man berücksichtigt was Kinder brauchen und was man auch verdienen kann auf dem Arbeitsmarkt. Bei den ALG II Regelsätzen sehe ich diese als eindeutig zu niedrig angesetzt. Bei der Unterhaltstabelle halte ich die Werte für stark übertrieben, zumal ich glaube, die wenigsten könnten für mehr als 1 Kind den vollen Unterhalt aufbringen, wenn man den Selbstbehalt von 900 Euronen berücksichtig.
Was meint ihr, 215 Euro ALG II sind fair oder doch lieber die 450 Euronen, die sich aus der Unterhaltstabelle ergeben?
Tags: ALG II, Eltern, Euro, fair, Nettoeinkommen, Regelsatz, Theorie, Unterhalt, Unterhaltstabelle
Datum: 27. Januar 2010
Autor: Frank